04. Juli 2024, Tägliche Marktsicht

Mittelkapitalisierte Werte im Aufwind

Gebremst von schwachen Schwergewichten kam der SMI gestern nicht vom Fleck. Deutlichen Aufwind spürten hingegen Aktien aus dem klein- und mittelkapitalisierten Bereich.

 Aktienmarkt Schweiz

SMI: +0.06%, SPI: +0.27%, SMIM: +1.16%

Der Schweizer Aktienmarkt entwickelte sich gestern uneinheitlich. Nach den positiven US-Vorgaben vom Dienstag war die Stimmung an den meisten europäischen Handelsplätzen von Zuversicht geprägt. Der SMI wurde allerdings von einer schwachen Entwicklung der Index-Schwergewichte gebremst und schloss lediglich 0.1% höher. Der SMIM, der die mittelkapitalisierten Werte abdeckt, kletterte hingegen um 1.2% nach oben. Gefragt waren im SMI vor allem zyklische Werte. UBS (+1.2%), Partners Group (+1.4%), Geberit (+1.4%), Holcim (+1.7%) und Kühne + Nagel (+2.0%) schlossen in der oberen Hälfte des Tableaus mit klaren Kursgewinnen. Zuvorderst gewannen die Aktien von Lonza 2.1% dazu. Der Pharma-Auftragsfertiger profitierte von Spekulationen, wonach der Biosecure-Act, der chinesischen Auftragsfertiger vom US-Markt ausschliessen will, noch in diesem Jahr vom US-Kongress verabschiedet werden könnte. Lonza hat seinen Fussabdruck in den USA mit der Übernahme eines Roche Werkes in diesem Jahr deutlich vergrössert und würde vom verstärkten Fokus auf lokale Auftragsfertiger profitieren. Als Bremsklötze wirkten gestern die drei Schwergewichte Nestlé (+0.04%), Novartis (-0.4%) und vor allem Roche (-1.0%). Alle drei werden in der zweiten Julihälfte die 2. Quartalsergebnisse präsentieren. Unter Druck standen zudem die Aktien der Versicherer Zurich Insurance (-0.8%), Swiss Re (-0.8%) und Swiss Life (-1.1%). Swiss Re wird weiterhin von Sorgen im Zusammenhang mit den finanziellen Schäden des tropischen Hurrikans «Beryl» belastet, der derzeit in der Karibik wütet und bereits grosse Schäden verursacht hat. Im breiten Markt sprangen die Aktien von DocMorris nach einer optimistischen Brokerstudie um 8.8% nach oben. Auch Sulzer (+6.5%) und Galderma (+2.2%) waren nach positiven Analystenkommentaren bzw. einer neuen Kaufempfehlung gefragt. Die Aktien des Verpackungsherstellers SIG zogen ohne relevante Neuigkeiten um 3.6% an.

Aktienmärkte Europa

EuroStoxx50: +1.21%, DAX: +1.16%

An den europäischen Aktienmärkten standen die Zeichen nach dem schwachen Dienstag gestern auf Erholung. Nach der starken Vorlage der US-Märkte vom Dienstag erhielten vor allem konjunktur- und zinssensitive Aktien Rückenwind. Der EuroStoxx50 und der DAX beendeten den Tag jeweils 1.2% höher. Der französische CAC40 gewann 1.2% dazu. Der britische Leitindex FTSE100 schloss einen Tag vor der Parlamentswahlen 0.6% höher. Aus Branchensicht gehörten europaweit Aktien aus den Bereichen Rohstoffe, Reisen & Freizeit, Baustoffe, Industrie und Technologie zu den Tagesgewinnern. Praktisch alle Sektoren gingen mit Kursgewinnen aus dem Handel. Der einzige Sektor mit einer negativen Tagesbilanz war der Gesundheitssektor, der von schwachen Pharmawerten gebremst wurde. Nicht vom Fleck kamen zudem die Versicherungswerte, die von Sorgen rund um den Hurrikan «Beryl» gebremst wurden, sowie die Energietitel, die nach der zuletzt starken Entwicklung konsolidierten.

Aktienmärkte USA

DowJones: -0.06%, S&P500: +0.51%; Nasdaq: +0.88%

Die amerikanischen Aktienmärkte setzten gestern ihren Aufwärtskurs mehrheitlich fort. Schwache Daten aus dem US-Arbeitsmarkt und enttäuschende Umfragewerte aus dem Dienstleistungssektor unterstützten die Hoffnungen auf eine baldige erste Zinssenkung der US-Notenbank. Gefragt waren einmal mehr die Schwergewichte aus dem Technologiesektor und die Halbleitertitel. Der S&P500 beendete den wegen dem heutigen Feiertag verkürzten Handelstag 0.5% höher, während der Nasdaq mit einem Kursplus von 0.9% schloss. Der DowJones kam dagegen nicht vom Fleck und ging 0.1% tiefer aus dem Handel. Im Fokus standen unter anderem die Aktien von Tesla, die an den starken Vortag anknüpften und 6.5% anzogen. Am Dienstag hatten die Aktien des Elektroautobauers Rückenwind von besser als erwarteten Auslieferungszahlen erhalten.

Kapitalmärkte

Rendite 10 Jahre
USA: 4.359%; DE: 2.580%; CH: 0.550%

Nach dem jüngsten Anstieg der Rendite des 10-jährigen US-Treasuries sind die Zinsen in den letzten Tagen wieder etwas zurückgeglitten. Mit den Sommerferien vor den Augen dürfte in den kommenden Wochen wenig Bewegung in den Markt kommen. Die US-Notenbank wird am 31. Juli ihren nächsten Zinsentscheid bekanntgeben. Es wird noch nicht mit einer Zinssenkung gerechnet. Erst im Herbst dürfte die US-Notenbank erstmals die Zinsen senken.

Währungen

US-Dollar in Franken: 0.9010
Euro in US-Dollar: 1.0785
Euro in Franken: 0.9715

Der Euro hat gegenüber dem Schweizer Franken jüngst wieder etwas Boden gut gemacht. Dies dürfte vor allem auf die erneute Zinssenkung der SNB im Juni zurückzuführen sein. Der Rechtsrutsch in Frankreich konnte dem Euro bisher noch nicht viel anhaben.

Rohwarenmärkte

Ölpreis WTI: USD 83.35 pro Fass
Goldpreis: USD 2'355.40 pro Unze

Der Goldpreis bewegte sich wieder etwas nach oben, ist aber noch einiges von der 2’400-Dollarmarke entfernt. Diese konnte das gelbe Metall seit dem Höhepunkt von Mitte Mai nicht mehr erreichen. Die anstehenden Zinssenkungen in den USA dürften den Goldpreis mittelfristig stützen. Die Rohöllagerbestände in den USA sind jüngst deutlich gefallen und stützen die Preisentwicklung des schwarzen Goldes. Seit Mitte Juni hält sich der Preis für WTI deutlich über 80 US-Dollar das Fass.

Wirtschaft und Konjunktur

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Matthias Müller

Senior Finanzanalyst
Stauffacherstrasse 41
8021 Zürich

Beat Schiffhauer

Senior Strategieanalyst
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Ansicht vom Gebäude der Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich